Mit Dell-Servern wird i.d.R. immer zumindest der so genannte iDRAC Express (integrated Dell Remote Access Controller), zuletzt in der Version 6, mit ausgeliefert. Dieses System erlaubt dem Administrator den Server von zu Hause, oder einem anderen Server aus, herunter zu fahren, zu starten und zu resetten (Die Enterprise-Version hat noch ein paar mehr Features, dieser Artikel behandelt aber die Express-Variante). Bei der Einrichtung gibt es allerdings einige Fallen in die man leicht stolpern kann. Ich versuche hier kein Schritt-für-Schritt Tutorial an zu bieten, sondern viel mehr Informationen die dem Manual fehlen.
Falle 1
Der iDRAC soll auf einem anderen Netzwerkport (hier ist die physische Buchse gemeint) als dem ersten betrieben werden.
Das ist nicht möglich. Der Controller möchte unbedingt, sofern angeschlossen, das erste Interface verwenden. Dies ist meist das mit der niedrigsten Nummer gekennzeichnete on-board Interface.
Mein Tipp: iDRAC von vorn herein einplanen und den ersten Port frei lassen, sofern iDRAC irgendwann mal verwendet werden soll.
Falle 2
Der iDRAC soll auf der selben IP wie der Server selbst (oder andere Anwendungen des Servers) erreichbar sein.
Das geht grundsätzlich, allerdings mit einigen drastischen Einschränkungen. Der vom iDRAC6 Express belegte Netzwerkport kann auch bei aktiviertem (korrekt Konfiguriertem) iDRAC noch vom Betriebssystem aus verwendet werden, allerdings klaut sich der Remote Controller die Ports 22, 80 und 443. Also nicht erschrecken, wenn auf der einzigen öffentlichen IP auf einmal der iDRAC anstatt der Webserver dran geht. Nicht mehr lustig wird das ganze allerdings dann, wenn man sich aus SSH (Port 22) aussperrt und man ins Rechenzentrum fahren darf um die iDRAC-Konfiguration zu ändern.
Mein Tipp: Wenn man einen weiteren Server im selben Rechenzentrum hat, die beiden über Crossover mit ein ander verbinden. Nun kann man das iDRAC vom anderen Server aus via SSH ansprechen. Wenn man keine andere Maschine vor Ort hat und man den iDRAC gerne vom Arbeitsplatz (oder von zu Hause) aus bedienen möchte, bleibt einem wohl oder übel nichts anderes übrig, als eine zweite IP und zweite Ethernet-Verbindung zu mieten (was u.U. teuer sein kann).
Falle 3
Man glaubt, die dem iDRAC zugewiesene IP stellt sich automatisch ein.
Das ist nicht der Fall. Die IP, welche iDRAC benutzen soll, muss genau so auch im Betriebssystem eingerichtet werden. Das Betriebssystem ist für die Verwaltung des Interfaces zuständig, iDRAC ’schmarotzt’ lediglich. Achtung: Nachdem das Betriebssystem herunter gefahren wurde, läuft iDRAC auf dem Interface unter der eingestellten IP weiter, man kann den Server also wieder Remote-Booten, wenn man das Interface allerdings im OS mit einer anderen IP versieht funktioniert das ganze nicht mehr!
Beispielsetup mit zwei Servern
Wie oben beschrieben, werden beide Server möglichst im gleichen oder nebeneinander stehenden Racks verbaut und via Crossover verbunden. Hierbei ist wichtig, dass der iDRAC-Server auf NIC1 angeschlossen wird. Sollte der andere Server ebenfalls über iDRAC verfügen, sollte das Kabel dort nicht auf NIC1 gelegt werden.
Danach gibt man den Servern statische IP-Adressen auf den Ports (z.B. 192.168.1.1 und .2) und wiederholt diese Einstellung im iDRAC.
Beispielsetup mit einem Server
Bei dieser Variante kommt man ums Mieten einer zweiten IP, sowie eines zweiten Ethernet-Ports nicht drum herum. Man richtet wie bei der Server-Server variante die zweite IP auf NIC1 ein und stellt auch den iDRAC darauf ein. Bonus dieser Variante ist allerdings, dass man nun auch das auf HTTPS laufende Web-Panel des iDRAC nutzen kann.
Tipp
Zum einstellen des iDRAC zur laufzeit (also ohne ins BIOS/POST-Menü zu müssen), empfiehlen sich die von Dell angebotenen OpenManage-Softwarepakete (unter Debian “srvadmin”), über welche sowohl über eine Kommandozeilen-Tool als auch eine Weboberfläche diverse Einstellungen und Überwachungen vorgenommen werden können. omreport chassis remoteaccess zeigt auf der Konsole die aktuellen Einstellungen des iDRAC.
Viel Erfolg und wie immer, eigene Erfahrungen bitte in den Kommentaren teilen!